Hilfen der deutschen Bundesregierung
zugunsten der Deutschen Minderheit in Russland

19. Juli 2017

Eröffnung des Deutsch-Russischen Dialogprogramms in Omsk

Quelle: www.koschyk.de

Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk MdB, nimmt in der sibirischen Großstadt Omsk, an dem von der Hanns-Seidel-Stiftung durchgeführten Deutsch-Russischen Dialogprogramm „Die bilaterale Kooperation in den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Tourismus am Beispiel der Region Omsk“ teil.

Zu Eröffnung des Deutsch-Russischen Dialogprogramms richtete Bundesbeauftragter Koschyk nachfolgende Worte an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer:

Ich freue mich, Sie heute hier in Omsk zur Tagung der Hanns-Seidel-Stiftung begrüßen zu dürfen.

Durch die Unterstützung der Gebietsverwaltung und der beständigen Unterstützung von Ihnen, Herr Gouverneur Nasarow, kann nun in Omsk auch die Tagung der Hanns-Seidel-Stiftung durchgeführt werden. Dafür danke ich Ihnen sehr.

Lieber Herr Dresel, Sie als Organisator der Veranstaltung haben nicht zuletzt mit Ihrem Einsatz dafür gesorgt, dass die Hanns-Seidel-Stiftung eine Tagung dieser Art hier in Omsk veranstalten kann. Auch Ihnen möchte ich meinen ausdrücklichen Dank aussprechen.

Danken möchte ich auch Frau und Herrn Martens für ihr Engagement, das es braucht, um Veranstaltungen wie diese ins Leben zu rufen und somit die Unterstützung für die Weiterentwicklung der Förderung der Russlanddeutschen in Russland zu ermöglichen und weiter auszubauen. Herzlichen Dank an alle Beteiligten – ich spreche hier sicher für alle Gäste aus Deutschland – für den herzlichen Empfang hier in Omsk.

Das Motto der Hanns-Seidel-Stiftung lautet:“Im Dienst von Demokratie, Frieden und Entwicklung“. In diesem Sinne wird nun auch diese Tagung hier in Omsk stattfinden. Hier geht es um den Dialog, um Weiterentwicklung, um Kooperation.

Und das ist auch das konkrete Motto dieser Tagung: „Die bilaterale Kooperation in den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Tourismus am Beispiel der Region Omsk“. Wir möchten hier einen intensiven Austausch zwischen Vertretern aus diesen Bereichen realisieren. Daher freue ich mich sehr darüber, dass zum Beispiel Vertreter der Universitäten in Omsk und der Universität in Bayreuth teilnehmen. Dafür danke ich Ihnen sehr herzlich.

Insbesondere freue ich mich darüber, dass Sie, lieber Herr Professor Dr. Leible, als Präsident der Universität Bayreuth den Weg hier nach Omsk angetreten haben, um über die Möglichkeiten von Kooperationen zwischen Ihrer Universität und den hiesigen Universitäten zu sprechen. Sie, Frau Prof. Dr. Schiewer, Inhaberin des Lehrstuhls Interkulturelle Germanistik in Bayreuth, und Sie, Herr Prof. Dr. Huber, Vizepräsident der Universität Bayreuth und Inhaber des Lehrstuhls für Neuere deutsche Literaturwissenschaft – auch Ihnen ein herzliches Willkommen – werden zusammen mit Herrn Prof. Dr. Jakub, dem Rektor der Staatlichen Dostojewski Universität in Omsk, und den beiden dortigen Prorektoren Frau Prof. Dr. Smirnowa und Herrn Prof. Dr. Belim sowie Frau Dr. Polujkowa, Dekanin der Fakultät für Fremdsprachen an der Staatlichen Pädagogischen Universität in Omsk, Gespräche über die Zusammenarbeit führen. Ich danke Ihnen allen für Ihr Engagement und bin auf die Ergebnisse sehr gespannt.

Von Herrn Professor Dr. Leible und Herrn Professor Dr. Jakub werden wir nachher noch zwei interessante Vorträge hören, die sicherlich zum Gelingen der Veranstaltungen beitragen und einen ersten Einblick in die Arbeit der beiden Universitäten geben werden.

Ich freue mich sehr darüber, dass heute auch für die Bereiche Wirtschaft, Kultur und Tourismus Vertreter aus Deutschland anwesend sind und mit den Vertretern aus dem Gebiet Omsk in den Austausch treten können. So möchte ich gerne die deutschen Teilnehmer herzlich begrüßen: Herrn Bauer, ehemaliger Leiter der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz, Herrn Dr. Hohl, Rechtsanwalt und Oberbürgermeister a.D. von Bayreuth, Frau Bischoff, die stellvertretende Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. sowie Herrn Reif, Referent unter anderem für Außen- und Sicherheitspolitik und Europa der CSU-Landesleitung. Auch Ihnen wünsche ich gutes Gelingen und einen intensiven Austausch mit den Kollegen aus dem Gebiet Omsk.

Liebe Gäste, Sie alle stellen sozusagen die Vorboten für einen intensiven Austausch und einer fruchtbaren Kooperation in den Bereichen der Wissenschaft, der Kultur, der Wirtschaft und des Tourismus dar. Ich hoffe, dass sich diese Tagung für Sie alle lohnen wird und eine Ausweitung der Zusammenarbeit stattfindet und das hier vorliegende große Engagement bis nach Hause getragen wird und dort wieder zur Anwendung kommt. Das läge mir persönlich sehr am Herzen.

Wir werden während dieser Tagung nicht nur über die theoretischen Aspekte der deutsch-russischen Kooperationen reden, sondern auch bereits umgesetzte Projekte und Orte von möglichen künftigen Projekten besichtigen. So bin ich sehr gespannt darauf zu sehen, wie sich beispielsweise Asowo weiterentwickelt hat. Dort werden wir die Siedlung besichtigen, einen Kindergarten und eine Schule mit Erweitertem Deutschenunterricht sowie das Museum. Es ist mir eine ganz besondere Ehre, nach Asowo zu kommen. Denn in diesem Jahr werden dort die Feierlichkeiten zum 25-jährigen Jubiläum des deutschen Rayons Asowo stattfinden.

Besonders freue ich mich auf meine Besuche in dem Kindergarten und in der Schule. Das Goethe-Institut hat Anfang dieses Monats in Budapest eine wegweisende Konferenz ausgerichtet, wo sich Experten für die Vermittlung der deutschen Sprache gemeinsam mit Vertretern der Selbstorganisationen deutscher Minderheiten in Europa – Frau Martens, Frau Dr. Polujkowa und Herr Lehmann waren auch zugegen – darüber ausgetauscht haben, wie künftig das Deutsche als Minderheiten-Muttersprache besser vermittelt werden kann. Wir waren uns alle darüber einig, dass hier der vorschulischen und schulischen Ausbildung die zentrale Rolle zukommen wird.

Die Bundesrepublik Deutschland leistet seit 1993 einen bedeutenden finanziellen Beitrag zu der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung des Gebiets Omsk. Zunächst mit großen Infrastrukturmaßnahmen, später dann konzentrierte sich die Hilfenpolitik der Bundesrepublik Deutschland auf die Stärkung der Begegnungsstätten sowie die Förderung der Jugend- und Spracharbeit. Und es hat sich viel getan. So freut es mich sehr, dass aus Ihrer Region Initiativen gestartet werden, die insbesondere für die Russlanddeutschen von großer Bedeutung sind. Mir liegt zum Beispiel vor allem das Kultur- und Geschäftsforum „Made by Deutschen aus Russland“ als Verbindungskomponente sehr am Herzen. Es war für mich bedeutend, dass das erste Forum dieser Art letztes Jahr in Omsk stattgefunden und großen Anklang gefunden hatte und der Rayon Asowo daran einen großen Anteil geleistet hat.

In diesem Jahr konnte das Forum parallel zur deutsch-russischen Regierungskommission in der Stadt Bayreuth, in meiner Heimatregion durchgeführt werden. Auch dort hatte sich wieder bestätigt, dass die Art der Zusammenarbeit dazu beiträgt, dass das Potenzial der kulturellen und wirtschaftlichen Tätigkeit der Deutschen in Russland präsentiert werden kann. Insbesondere der Austausch über unternehmerische Möglichkeiten in der Landwirtschaft und auf dem Gebiet des Tourismus sowie der Erfahrungsaustausch zu den deutsch-russischen Kooperationsprojekten in der Russischen Föderation sind von hoher Bedeutung und sollten regelmäßig weiterentwickelt werden.

Als Beauftragter für die deutschen Minderheiten im Ausland möchte ich an dieser Stelle generell betonen, dass sich die deutsche Regierung weiterhin zu ihrer Verantwortung für das mit den Kriegshandlungen des nationalsozialistischen Deutschen Reiches ausgelöste Schicksal der Russlanddeutschen bekennt. So stehen daher auch in diesem Jahr rund 300.000 Euro für das Gebiet Omsk zur Verfügung. Davon sind zum Beispiel rund 100.000 Euro für den Rayon Asowo vorgesehen.

Die Kooperation im Gebiet Omsk zeigt auf, wie eine gute und fruchtbare Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur und Wirtschaft gelingen kann. Und so hoffe ich, dass diese Tagung dazu beitragen kann, auch in den Bereichen Wissenschaft und Tourismus Ansatzpunkte für eine Kooperation zu finden, Strukturen aufzubauen und eine Weiterentwicklung in der Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur und Wirtschaft herbeizuführen. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten und ich bin mir sicher, dass wir hier und heute einen guten Grundstein dafür legen werden.

Ich freue mich auf den regen Austausch, intensive Diskussionen und kreative Ergebnisse und wünsche allen ein gutes Gelingen!

Quelle: www.koschyk.de

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