Hilfen der deutschen Bundesregierung
zugunsten der Deutschen Minderheit in Russland

20. Juni 2017

Die Deutschen Europas: Treffen mit dem deutschen Innenminister

Am zweiten Tag der Jahrestagung der Arbeitsgruppe der deutschen Minderheiten fand ein Treffen mit dem deutschen Außenminister Sigmar Gabriel statt, der die Vertreter der gesellschaftlichen Organisationen der Deutschen in Europa begrüßte und eine erfolgreiche Tagung und Arbeit zur Erhaltung und Popularisierung der deutschen Kultur wünschte.

Im Rahmen des Fachgesprächs mit dem Beauftragten für Auswärtige Kulturpolitik in der Abteilung für Kultur und Kommunikation des Auswärtigen Amtes, Michael Reiffenstuel, wurden Fragen über die Zusammenarbeit der Mitgliederorganisationen der AGDM mit gemeinnützigen Organisationen, wie z.B. dem Goethe-Institut, dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) und weiteren angesprochen. Wir bitten darum, zu Treffen des Außenministeriums mit gemeinnützigen Organisationen eingeladen zu werden. Es ist uns wichtig zu verstehen, wie die Mittel zur Unterstützung der deutschen Minderheiten verteilt werden. Das Goethe-Institut bietet beispielsweise Programme zum frühkindlichen Deutschlernen an, doch wir, die Zielgruppe, wissen nichts davon.  Wir brauchen Kooperation, Zusammenarbeit“, erwähnte die erste stellvertretende Vorsitzende des IVDK und Vize-Präsidentin der FUEN, Olga Martens. Zum Abschluss ihrer Rede lud sie Michael Reifenstuel zur V. Sprachkonferenz in Russland ein, die vom 1. bis zum 4. Oktober diesen Jahres stattfindet. „Hier werden Ihnen Möglichkeiten gegeben, die Spracharbeit der Deutschen aus Russland kennenzulernen.“

Als erfolgreiches Beispiel für die Zusammenarbeit der AGDM-Organisationen mit gemeinnützigen Organisationen gilt die Sprachkonferenz in Budapest, die vom 3.-4. Juli vom Goethe-Institut ausgerichtet wird. Dorthin werden viele Vertreter gesellschaftlicher Organisationen der Deutschen Europas reisen. 

Die Delegation der AGDM nahm am 3. Nationalen Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung teil, die im Deutschen Historischen Museum stattfand. Mit einer Rede wandte sich der deutsche Innenminister Thomas de Mazière an die Gäste sowie der Kopf der Evangelischen Kirche in Russland, Dietrich Bauer und der rumänische Präsident Klaus Johannis. 

Thomas de Maizière sagte am Gedenktag für Opfer von Flucht und Vertreibung: "An unserem Gedenktag erinnern wir an Millionen von Menschen, die in der Folge des zweiten Weltkrieges aus den ehemaligen deutschen Gebieten in Mittel- und Südwesteuropa geflohen sind oder vertrieben worden. Millionen Menschen, die aus der eigenen Heimat in ein ebenfalls oft verwüstetest Land flohen, das zwar auch ihr eigenes war, aber des Bewohner sie oft als fremde waren. Leider heute, fast 70 Jahren später, erleben wir in der Welt wieder und immer noch Krieg, Gewalt, Flucht und Vertreibung.“   

Dietrich Brauer, Erzbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Russland, sprach am Gedenktag für Opfer von Flucht und Vertreibung: "Unsere Kirche hatte einen schwieriges Schicksal im 20. Jahrhundert erleben müssen. So feiern wir dieses Jahr nicht nur 500 Jahre der Reformation, sondern wir gedenken 100 Jahre seit der der wütigen Oktober Revolution. 70 Jahre lang lebten die Christen unter dem Verbot des Christentums. Die meisten von ihnen waren und bleiben Russlanddeutsche. Trotz des totalen Genozides lebte die Kirche weiter und diente allen Menschen. Ich danke Gott für seinen Sieg über die Mächte des Bösen. Ich danke Ihnen für den Anfang eines neues Lebens in seinem Land. Und ich bitte nur, dass er uns aus der Vergangenheit den richtigen Weg gibt. Gott segne Sie".

Der rumänische Präsident, Klaus Johannis, fasste am Gedenktag für Opfer von Flucht und Vertreibung: "Wir wünschen uns, dass sich die Geschichte nie wieder wiederholt, wir sehen jedoch, leider, dass die Realität anders ist.“

In der zweiten Tageshälfte ging es um aktuelle Fragen der Mitgliedstaaten der AGDM, die mit dem Bundebeauftragten für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk, erörtert.  DerLeiter des AM3 Referats des Innenministeriums, Alexander Schumacher, beschäftigte sich mit den Teilnehmern mit dem Konzept der Ausstellung „Minderheiten stellen sich vor“. 

Der Tag endete mit einem Empfang in der slowakischen Botschaft.

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