Hilfen der deutschen Bundesregierung
zugunsten der Deutschen Minderheit in Russland

29. Oktober 2016

Koschyk beim XIV. Forum der Russlanddeutschen

Der Bundesbeauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten besuchte das XIV. Forum der Russlanddeutschen an seinem 2. Arbeitstag. Hartmut Koschyk begrüßte mit einer Rede die Teilnehmer des Forums.

Am Anfang seiner Rede betonte der Bundesbeauftragte, wie gerne er nach Moskau gekommen ist.

Über die vorangegangene Präsentation der Bücherreihe „75 Jahre der Deportation: Erinnerungskultur der Russlanddeutschen“ sagte Hartmut Koschyk: „Ich bin wirklich tief beeindruckt, dass es Ihnen gelungen ist, ein solches dreibändiges Werk herauszugeben. In Deutschland gibt es so ein Werk nicht, in dieser Intensität.“

Hartmut Koschyk betonte die „besonders moralische Verpflichtung“ gegenüber der Russlanddeutschen, da deren Deportation vor 75 Jahren auch im Hintergrund des deutschen Nationalsozialismus steht. „Dies begründet auch die Unterstützung, die wir heute für das Thema „25 Jahre IVDK, wir gestalten Zukunft“ leisten, es ist eine moralische Verpflichtung der BRD für die Deutschen in der ehemaligen Sowjetunion, die sich darin äußert, dass nach wie vor für diejenigen die Tür offen bleibt, die nach Deutschland kommen wollen, aber dass wir in derselben Intensität dafür sorgen wollen, dass diejenigen die in der Russischen Föderation und in den Nachfolgenstaaten ihre Zukunft sehen, auch von Deutschland nach besten Kräften unterstützt werden.“ Koschyk wünscht sich für die Zukunft, dass die Zusammenarbeit im kulturellen Bereich der Russlanddeutschen  mit Deutschland intensiviert wird.

Koschyk kam zum XIV. Forum der Russlanddeutschen, um den Internationalen Verband der deutschen Kultur zum 25. Jubiläum zu gratulieren und sieht das letzte Vierteljahrhundert als  25 Jahre „Aufbau und Entwicklung deutscher Selbstorganisation.“ Desweiteren bezeichnet sich als einer der wenigen, der diese 25 Jahre miterlebt hat. In seiner Rede erinnerte sich an Gespräche mit Boris Jelzin und anderen Persönlichkeiten, die er mit Horst Waffenschmidt, dem Bundesbeauftragten für Aussiedlerfragen von 1988-1998.

Den IVDK bezeichnet Koschyk heute als „wichtigen gesellschaftlichen Faktor in der Russischen Föderation“ und als  „Ergebnis harter, unermüdlicher Arbeit, dass sie heute diese hohe Anerkennung von Seiten höchster Repräsentanten der Russischen Föderation genießen.“ Die Selbstorganisationen der Russlanddeutschen genieße das Ansehen auch in Deutschland. Der Bundesbeauftrage bezeichnete die Kooperation der Selbstorganisationen mit der BRD als „Zusammenarbeit auf Augenhöhe“.

Zur Rolle des IVDK in der russischen Zivilgesellschaft sagte Koschyk: „Keiner bestreitet, nicht in Russland oder Deutschland oder irgendwo anders, dass die Russlanddeutschen Zukunft in der russischen Föderation haben.“  Der Bundesbeauftragte wünscht sich für die Zukunft, dass die Zusammenarbeit im kulturellen Bereich der Russlanddeutschen in Deutschland intensiviert wird.

Abschließend appellierte Hartmut Koschyk an die Teilnehmer des Forums, sich auch weiterhin voller Schwung und Elan für die Selbstorganisation der Russlanddeutschen einzusetzen: „Deutschland und Russland brauchen eine starke russlanddeutsche Gemeinschaft.“

Zum Redebeitrag von Bundesbeauftragten Koschyk beim 14. Forum der Russlanddeutschen gelangen Sie hier.

Zur Erinnerung:

 Das  XIV. Forum der Russlanddeutschen ist eine sozialbedeutende Veranstaltung, die Fragen zur Harmonisierung von zwischennationalen Beziehungen in Russland thematisiert. Organisator des Forums ist der Internationale Verband der deutschen Kultur in Kooperation mit der FNKA der Russlanddeutschen, dem Jugendring der Russlanddeutschen und dem Institut für ethnokulturelle Bildung – BiZ. Das Forum findet mit Unterstützung des Präsidialrates für zwischennationale Beziehungen im Rahmen der Tätigkeiten  der deutsch-russischen Regierungskommission zu Angelegenheiten der Russlanddeutschen statt.

Unter den Teilnehmern des Forums sind Vertreter russlanddeutscher Gesellschaftsorganisationen, ethnische Deutsche aus den GUS-Staaten und Russlanddeutsche aus Deutschland. Das Hauptziel des Forums – Auswertung und Zusammenfassung der gesammelten Erfahrungen der Selbstorganisation der Russlanddeutschen.

Das Forum wird mit Unterstützung des Informationsportal der Russlanddeutschen RusDeutsch, der Moskauer Deutschen Zeitung, der „Zeitung für Dich“, „Ihre Zeitung“, „Sibirische Zeitung plus“ und der „Deutschen allgemeinen Zeitung“ (Kasachstan) organisiert.

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