Hilfen der deutschen Bundesregierung
zugunsten der Deutschen Minderheit in Russland

Partnerschaft

Unterzeichnung der trilateralen Partnerschaftsvereinbarung zwischen den Jugendklubs
aus Deutschland, Russland und Kasachstan

Arbeit in den Begegnungszentren

Ausstellung öffentlichkeitswirksamer Informationsmittel russlanddeutscher Organisationen

Stärkung der Selbstorganisation

Vertretertreffen der Organe
der Selbstorganisation der Russlanddeutschen

Soziale Hilfe

Unterstützung für die ältere Generation
der Russlanddeutschen

Spracharbeit

Deutschsprachiges Theaterstück in einem Kindergarten

Kinder- und Jugendarbeit

Präsentation der Haupttätigkeitsfelder
der Selbstorganisation vor jungen Russlanddeutschen

Eliteförderung

Russlanddeutsche Künstler zeichnen
ein Porträt eines Trudarmisten

Minderheitenpolitik

Liebe Freunde, seit dem 1. November 2017 bekleidet der Bundestagsabgeordnete Dr. Günter Krings das Amt des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten.

Diese RusDeutsch-Seite berichtet von den Hilfsleistungen der deutschen Bundesregierung zugunsten der deutschen Minderheit in der Russischen Föderation, der Geschichte der Hilfspolitik sowie ihren Schwerpunkten. 

Die Unterstützung der Russlanddeutschen ist ein wichtiger Teilbereich der Aussiedlerpolitik der deutschen Regierung. Deutschland sucht Aussöhnung und Wiedergutmachung mit den Opfern des Nationalsozialismus und der Aggressionskriege Hitlers und übt Solidarität mit den Deutschen, die wegen jener Politik unschuldig leiden mussten.  

„Gerade die Russlanddeutschen, die nach dem Überfall Hitlers auf die Sowjetunion zu unschuldigen Opfern stalinistischer Rache wurden, hatten das wohl nachhaltigste und folgenreichste Kriegsfolgenschicksal einer deutschen Volksgruppe im Ausland. Sie haben am eigenen Leibe erfahren müssen, was es heißt, zwischen zwei Nationen zu geraten, die sich feindlich gegenüber stehen. Die Bundesrepublik Deutschland hat sich deshalb sehr früh, etwa bei dem Besuch Adenauers in Moskau 1955, zur Solidarität mit den Russlanddeutschen und allen anderen Angehörigen deutscher Volksgruppen, die in vergleichbarer Weise unter den Folgen des Zweiten Weltkriegs gelitten haben, bekannt.  

Nach dem Fall des eisernen Vorhangs geschah dies auf zweierlei Weise: Einerseits mit Hilfsleistungen für die deutsche Minderheit in den Herkunftsgebieten, andererseits durch die Bereitschaft zu Aufnahme und Integration derjenigen, die nach Deutschland, in die historische Heimat ihrer Vorfahren, zurückkehren wollen“, so Christoph Bergner, der ehemalige Bundesbeauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten. Seit 1988 wurden die Deutschen in ihren Herkunftsgebieten mit rund einer Milliarde Euro unterstützt. Davon wurde der größte Anteil mit fast 500 Millionen Euro zugunsten der deutschen Minderheit in der Russischen Föderation eingesetzt. 

Die jetzige Bundesregierung schenkt dem Thema der Minderheitenpolitik in der Kontinuität zur früheren Bundesregierung eine große Aufmerksamkeit. Dies hat sie in ihrer Koalitionsvereinbarung vom 26. Oktober 2009 bekräftigt. Darin heißt es: 

„Wir bekennen uns zur besonderen Verantwortung für die Deutschen aus den Staaten in Mittelost- und Südosteuropa sowie aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, die als Aussiedler zu uns gekommen sind oder als deutsche Minderheiten in diesen Ländern leben. Wir sind der Überzeugung, dass die deutschen Minderheiten wie auch die Vertriebenen und Aussiedler einen eigenständigen Beitrag leisten können, kulturelle und zivilgesellschaftliche Brücken zu den Ländern Mittelost- und Südosteuropas sowie in einige Nachfolgestaaten der Sowjetunion zu bauen. Wir werden daher die Förderung der deutschen Minderheiten fortsetzen.“


Partnerschaft

Für eine effektivere Aktivität kooperiert die Selbstorganisation der Russlanddeutschen mit Gesellschaftsorganisationen Russlands und anderer Staaten. Dank der Zusammenarbeit mit dem Jugend- und Studentenring der Deutschen aus Russland finden somit jährlich Jugendaustausche, Seminare, Trainings und Konferenzen statt. Weiterhin bestehen aktive Kooperationen mit Gesellschaftsorganisationen der Deutschen in den GUS-Staaten und nationalen Vereinigungen Russlands.

Soziale Hilfe

Die deutsche Bundesregierung leistet russlanddeutschen Hilfebedürftigen bereits seit vielen Jahren in bedeutendem Maße soziale Unterstützung. Dazu zählen medizinische, humanitäre Hilfe sowie Beratung, Kultur- und Freizeitarbeit, Engagement im Sozial- und Bildungsbereich und vieles mehr. Folgende Gruppen von Bürgern können soziale Hilfe erhalten: Trudarmisten, Opfer der Repressionen, Invaliden der 1. und 2. Gruppe, kinderreiche und unvollständige Familien, allein lebende und unvermögende Personen im Rentenalter, Personen, die aufgrund schwerer Erkrankungen Notfallversorgung benötigen. Die Hilfe wird direkt, in Form von Medikamenten, Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Kleidung, Materialien zur Renovierung des Wohnraums und Reiseschecks für medizinische Behandlungen usw. geleistet.

Spracharbeit

Das Hauptziel der Spracharbeit ist die Schaffung von Bedingungen, unter denen die Russlanddeutschen ihre Muttersprache erlernen und damit ihre Identität bewahren können. Die Bundesregierung sorgt für den breiten Sprachangebot im außerschulischen Bereich in den Begegnungszentren der Russlanddeutschen. Dazu zählen die Sprachkurse für Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene, Fortbildungen für Deutschlehrer, ethnokulturelle Kinder- und Jugendsprachlager, Sprachwettbewerbe und deutschsprachige Periodika. Priorität in der heutigen Spracharbeit ist die frühkindliche Spracherziehung. Solche Bildungsform ermöglicht gerade im Vorschulalter das Interesse an Traditionen und Geschichte des eigenen Volkes zu wecken. In der Zukunft werden diese Kinder aktive Mitglieder der Jugendorganisationen und Begegnungszentren der Russlanddeutschen.

Arbeit in den Begegnungszentren

Die Grundlage für eine stabile deutsche Minderheit ist die Arbeit in den zahlreichen Begegnungszentren und Begegnungsstätten, die bereits vorhanden sind. In Russland, wo die deutsche Minderheit über das gesamte Land verstreut lebt, bieten diese Einrichtungen häufig die einzige Möglichkeit einer Zusammenkunft, der Traditionspflege und der gegenseitigen Unterstützung. Hier werden Deutschkurse durchgeführt, nationale Feste zusammen gefeiert und vieles mehr.

Eliteförderung

Das Programm „Förderung der Avantgarde“ zielt darauf ab, das ethnische und kulturelle Identitätsbewusstsein der Russlanddeutschen aufrechtzuerhalten und zu stärken sowie Bildung einer fortschrittlichen kreativen, wissenschaftlichen, sportlichen und gesellschaftlich aktiven russlanddeutschen Gemeinschaft zu fördern. Im Laufe der Programmumsetzung wurden seit der ersten Arbeitssitzung, bei der das Konzept zur Bildung einer russlanddeutschen Elite entwickelt wurde, die Gründung der Künstlervereinigung der Russlanddeutschen (KVRD), ethnokulturelle Bildungsprogramme, Unterstützung von Klubinitiativen, die Diskussionsplattform „Avantgarde“ und viele weitere innovative Projekte ins Leben gerufen, die heute einen festen Bestandteil der russlanddeutschen Gemeinschaft bilden. Im Rahmen des Programms werden aktive und erfolgreiche VertreterInnen innerhalb der russlanddeutschen Gemeinschaft ermittelt, die herausragende Leistungen in verschiedenen Tätigkeitsbereichen vorweisen; sie werden fest in die ethnokulturellen Arbeitsfelder der Selbstorganisation der Russlanddeutschen eingebunden.

Kinder- und Jugendarbeit

Das Interesse für die Geschichte und Kultur des eigenen Volkes bei der jüngeren Generation zu wecken geschieht, in dem man Kulturelles, Materielles, sowie Immaterielles von Generation zu Generation weiter gibt. Und genau deswegen richten die russlanddeutschen Gesellschaftsorganisationen ihr Augenmerk auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, und somit vor konkreten Aufgaben stehen. Darunter sind der Zusammenschluss von jungen Russlanddeutschen – aktive russische Bürger, die eine bürgerliche und ethnische Identität bei russlanddeutschen Kindern und Jugendlichen aufbauen und entfalten, die Unterstützung von Jugendinitiativen, die Festigung und Erweiterung von Jugendnetzen der Organisationen, die Weiterentwicklung der internationalen und zwischennationalen Kooperation.

Stärkung der Selbstorganisation

Die Koordinierung von Aktivitäten zur Lösung von Fragen der Pflege der Eigenart, Muttersprache, nationalen Kultur und Bildung der Russlanddeutschen wird von der föderalen Selbstorganisation der Russlanddeutschen übernommen. Die Grundlage der Selbstorganisation bilden über 450 gesellschaftliche Strukturen in 50 Regionen der Russischen Föderation. Die Tätigkeit der regionalen Organisationen vereinigen nach dem territorialen Prinzip überregionale Koordinierungsräte der Begegnungszentren der Russlanddeutschen in Zentral- und Nordwestrussland, in Wolga-Gebiet und Südwestrussland, in der Uralregion, in Westsibirien, in Ostsibirien und Fernost. Dieses Element spielt eine Schlüsselrolle bei der Vorbereitung und Aufstellung der öffentlichen Initiativen und bei der Beschlussfassung über die Durchführung der ethnokulturellen Arbeit in den Regionen Russlands. Auf föderaler Ebene wird die Tätigkeit der Selbstorganisation von der Föderalen national-kulturellen Autonomie der Russlanddeutschen, dem Internationalen Verband der deutschen Kultur und dem Jugendring der Russlanddeutschen koordiniert.

AUSSIEDLERBEAUFTRAGTER

Seit dem 1. November 2017 bekleidet der Bundestagsabgeordnete Dr. Günter Krings das Amt des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten.

LEBENSLAUF

Dr. Günter Krings

Geboren am 7. August 1969 in Rheydt.

Studium der Rechtswissenschaften und Geschichte an der Universität zu Köln. Er legte 1994 das Referendarsexamen, 1997 das Assessorexamen ab.

Seit 2002 ist er Mitglied der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag.

Er ist direkt gewählter Abgeordneter der Stadt Mönchengladbach und seit Dezember 2013 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern.

Davor war er seit 2009 als stellvertretender Fraktionsvorsitzender für die Koordination der Innen- und Rechtspolitik der Union zuständig.

Seit 2009 leitet er ferner als Vorsitzender den Bundesarbeitskreis Christlich-Demokratischer Juristen (BACDJ) und gehört in dieser Funktion dem Bundesvorstand der CDU an, ist Vorsitzender des CDU Kreisverbandes Mönchengladbach, seit 2014 Vorsitzender der CDU-Niederrhein und seit 2017 Vorsitzender der CDU Landesgruppe NRW im Deutschen Bundestag.

Am 1. November 2017 hat er das Amt des Beauftragten für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten übernommen.

Mehr über die Tätigkeit des Bundesbeauftragten erfahren Sie hier.

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